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Die ewig Zweite

05 Jun

Kopenhagen steht auf der Städtereise-Wunschliste meistens ganz weit oben. Von Aarhus wusste ich bis vor kurzem nicht einmal, wie ich es aussprechen sollte. Besuch in einer verkannten Stadt.

 
Es ist nicht leicht, die Zweite zu sein. Im Schatten der Großen und Älteren zu stehen. Unterschätzt zu werden und dafür kämpfen zu müssen, ernst genommen zu werden. All das hat Aarhus (gesprochen: Oh-hüs) im Jahr 2017 nicht mehr nötig: Als Kulturhauptstadt Europas überzeugt sie unter dem passenden Motto "Let's Rethink" mit einem hochkarätigen Kunst- und Kulturprogramm selbst die letzten Zweifler. Eher als spontane Idee, denn von langer Hand geplant, war ich für ein Wochenende vor Ort und besuchte zunächst das ARoS Kunstmuseum. Von hier aus hat man den wohl farbenprächtigsten Blick über die Stadt. Eine Art begehbarer Regenbogen des Künstlers Olafur Eliason teilt Aarhus in unterschiedliche Farbzonen und schafft so ein ganz besonderes 360-Grad Panorama. Neben einer bedeutenden Sammlung, findet im und um das Museum herum die Triennale "The Garden – End of Times, Beginning of Times" statt. Das Kunstprojekt stellt die Verschmelzung von Kunst, Natur und Stadtleben in den Mittelpunkt. Schaut her:
 










Auf keinen Fall verpassen sollte man das Freilichtmuseum Den Gamle By. Hier tritt man direkt in das Kleinstadtleben zu Zeiten Hans Christian Andersens ein und ist nur einen Katzensprung vom wunderschönen Botanischen Garten entfernt.
 











 
Das Latinerkvarteret ist das älteste Viertel der Stadt und bietet eine Mischung aus trendigen Cafés, Restaurants und Shops. Der Florist Bang & Thy ist für mich die schönste Entdeckung auf meinen Streifzügen durch die engen Gassen gewesen.
 





 
Das Umdenken machte den Aarhusern wohl schon immer Spaß. Denn da, wo ursprünglich ein Hochhaus wachsen sollte, sprießen Kräuter und Salate. Das Bau-Projekt für das Quartier Aarhus Ø landete in der Tonne und inmitten moderner Architektur entstand so Urban Gardening vom Feinsten. Dänemarks größten Stadtgarten Ø-Haven nutzen inzwischen Anwohner und Besucher gern als Treffpunkt. Hobbygärtner pflegen Blumen, Gemüse und Obst in Hochbeeten und gehen im Sommer auch mal in der Ostsee baden.
 





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